Jahresrückblick | Teil 1

Nun sitze ich hier. Der Abend vorm ersten Firmengeburtstag und ein bisschen sentimental werde ich jetzt doch. Das erste Jahr, man, ein Jahr gibt es die Firma nun und es waren 365 Tage voller Abenteuer und interessanten Begegnungen. Sicherlich gab es auch traurige und niederschmetternde Ereignisse, aber schaue ich zurück, so überwiegen doch all die schönen Momente. Und nicht nur das, das erste Jahr könnte auch als Chronik wundervoller Menschen in die kleine Geschichte dieser Firma eingehen. Viele neue Gesichter durfte ich kennen lernen und viele waren nicht nur temporäre Weggefährten, sondern wurden zu echten Freunden.

Und jetzt nehme ich euch ein bisschen mit und wir schauen gemeinsam zurück.

Einfach anfangen

Die Idee eines eigenen Onlineshops spukte schon länger in meinem Kopf. Zu Beginn meines Masterstudiums wurden diese Gedanken dann konkret. Ich besuchte BWL-Kurse der Gründerakademie und dachte über Logo und Aufmachung des Onlineshops nach. Das alte Logo und auch der gesamte Stil der Webseite waren etwas verspielter, doch es war super und richtig damit zu starten. Letztendlich ist all das Teil des eigenen kreativen Prozesses und Veränderungen bringt die Zeit mit sich. Das wichtigste war schlichtweg einfach anfangen und nicht mehr aufhören.

Das alte Logo.

Juni und Juli

06.06.2016 – Das erste Fotoshooting

Gemeinsam mit Lila überlegte ich mir Ideen für das erste Kampagnenshooting. Wir hatten etwas mit dem verregneten Sommer zu kämpfen, und mussten insgesamt 6 Mal zusammen losziehen, um alle Fotos und Videosequenzen einfangen zu können, da uns Nebel, Sturm und heftiger Regen ein bisschen ärgern wollten. Jasper spielte die Musik für das Video ein und Steven rückte mit seiner Drohne aus. So viel Unterstützung für mein eigenes Projekt zu erfahren war neu für mich, doch es zeigte mir auch, dass das was ich mache gut ist und Menschen begeistern kann.

WordPress war zwar nicht komplett neu für mich, aber es nach den eigenen Vorstellungen anzupassen, das erforderte doch viele Nachtschichten. Robin und Stephan waren hier die helfenden Hände im Hintergrund. Wenn nichts mehr ging, gab es von mir die obligatorischen “Robiiiin!” Nachrichten auf Facebook und ehe wir uns versahen, wurden die Probleme in Skype-Konferenzen behoben. In den zwei Monaten konnte ich aber schon einen Großteil der Webseite und der ersten Kollektion finalisieren, so dass ich Ende Juli mit meiner Uni auf Exkursion mitfahren konnte.

Nass aber glücklich. Lila und ich nach dem Fotografieren im Regen.

Das erste Video 🙂

Lila als Model für die “Solivagant” Kollektion.

Ende Juli und August

Besagte Exkursion sollte Patricia und mich nach Brighton führen. Da es neben dem Pflichtprogramm auch viel Freizeit geben würde, entschied ich mich dazu, eine kleine Herbst/Winter-Kollektion zu kreieren, die meine Vorfreude auf die britische Küste in Schmuckstücke überführt. Neben der Planungen für den Seitenlaunch begab ich mich an die Vorbereitungen der „Coastal Resort“-Kollektion. Besonders die Spontanität in Brighton – wir hatten schlichtweg keine Idee was uns dort erwarten würde – macht diese Kollektion für mich zu etwas besonderem. Wir wachten super früh auf und standen auf einem fast menschenleeren Pier mit peitschenden Wellen und grandiosen Lichtverhältnissen. Auf der Isle of Wight entdeckte ich einen Vintage Bastelladen und verprasste dort fast alle meine Pounds und musste den Rest der Reise etwas aufs Geld achten.

Rockefeller auf Reisen.

“Bisschen windig hier” – Mit Rucksack voll Schmucki.

September

Startschuss – Jetzt wirds Ernst!

Mein Besuch im Bürgerbüro der Stadt war kurz und ehe ich mich versah war ich auch schon Firmenmama. Bis zum Start der Webseite vergingen aber noch ein paar Tage. Doch am 16. September 2016 wurde es endgültig ernst. An diesem Tag saß ich aufgeregt vor meinem PC und wusste, dass die ersten Tage wahrscheinlich garnichts passieren würde, kein Verkauf und kaum Aufrufe. Doch ich hatte die Rechnung ohne die lieben Menschen meines Jahrespraktikums in Münster gemacht. Amornrat widmete den Schmuckstücken ein ganzes Fotoshooting und Melisa und Katharina machten kräftig Werbung über Instagram. Und dann gab es ihn: den ersten Verkauf.

Nun ging die Arbeit richtig los. Aufmerksamkeit auf die eigene Webseite lenken – mit sehr wenig finanziellen Mitteln. Ich ging Kooperationen auf den verschiedensten Wegen ein und musste erfahren, dass nicht alle auf Instagram ehrlich sind. Eine Kooperationspartnerin löschte ihr Profil, nachdem sie das Schmuckstück erhalten hatte. Aber sie blieb eine Ausnahme, denn mit vielen Kooperationspartnerinnen stehe ich noch heute in Kontakt.

Bilder von Armornrat Photography.

Oktober

Kleine Schritte und das Bündeln kreativer Energien.

Im Oktober kamen meine ersten Visitenkarten und Postkarten an. Ich überlegte an vielen kleinen Verbesserungen, die mir seit dem Start der Webseite aufgefallen waren und die es zu optimieren gab. Larena nahm ein paar Schmuckstücke mit in ihren Urlaub nach Menorca.

Gemeinsam mit Carolin und Gloria realisierte ich das erste Editorial-Fotoshooting. Zu sehen, wie meine Schmuckstücke von zwei ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgefasst wurden, war sehr spannend für mich und entfachte zugleich meine Vorliebe für kreative Kooperationen.

Der Tummelmarkt in Witten mit meinem kleinen Marktstand in Form eines Bauchladens war eines meiner Highlights. Weil ich über meinen eigenen Schatten gesprungen bin und ich vielen Menschen an diesem Tag kleine Freuden bereiten durfte.

Larena nahm ein paar Schmuckstücke mit nach Menorca.

Schau dir das ganze Editorial mit Caro und Gloria hier an.

Ich mit meinem Bauchladen für den Tummelmarkt in Witten.

November

Atmen nicht vergessen!

Im November ging auch bereits die „Coastal Resort“ Kollektion an den Start und auf die Nachfrage nach Weihnachtsgeschenken für die Männer, realisierte ich zwei Männerarmbänder und fragte zu dem Zweck Nico und Birk, ob sie nicht für mich modeln wollten. So fanden wir uns Mitte November inmitten von Nebelschwaden wieder und kreierten das Lookbookvideo. Patricia befand sich zu diesem Zeitpunkt in ihrem Auslandssemester in Irland. Kurzum entschied ich mich, dass mir ein paar Tage Auszeit ganz gut tun würden – genauer gesagt 72 Stunden Auszeit. Und so flog ich zum Super-Sparpreis nach Irland und von Dublin aus führte uns unsere Reise einmal quer über die Insel zu den Cliffs of Moher. Schmuckstücke waren natürlich auch dabei, denn andere Luft tut uns allen doch mal gut 🙂

Die “Coastal Resort” Kollektion geht an den Start.

Das Männer Lookbook Video ebenfalls.

Wunderschöne 72 Stunden in Irland.

Dezember

Zähne zusammenbeißen!

Der Dezember war der Monat, in dem es für mich sehr anstrengend wurde. Eine so junge Firma kann sich nie im Leben alleine tragen und die Tatsache, dass ich Studentin im Master bin, machte die finanzielle Situation nicht einfacher. Wachstum der Firma ohne finanzielle Mittel und auch noch selber über die Runden kommen. Fakt war, ein Zweitjob musste her. Den fand ich auch an meiner Universität und so fuhr ich nicht mehr nur Zweigleisig, sondern Dreigleisig: Uni, Firma im Aufbau und Nebenjob.

Anstrengende Zeiten würden mir bevorstehen, so viel stand fest. Aber es gab auch unglaublich tolle Momente. Erste Dankesmails erreichten mich und Angelina sendete mir Fotos von meinen Schmuckstücken zu, die sie in Münster fotografiert hatte. Die erste Weihnachtszeit ging dann sehr schnell um Silvester wurde mit einer Erkältung in der wunderschönen Sächsischen Schweiz gefeiert. Der Schmuck durfte natürlich auch wieder mit.

Wundervolle Fotos von Angelina, mit einem kleinen Gedicht von mir.

Auszeit in der Sächsischen Schweiz und in Prag.

Januar

Neues Jahr – neue Ideen

Klar, neue Vorsätze haben wir viele, und einer meiner großen Träume war es, nicht nur online vertreten zu sein. Mit dem Verkauf einer Chokerkette mit antiker Spitzenborte von der Isle of Wight, bestückte ich auch meine erste Verkaufsfläche offline – bei Du & Ich in Olpe. Ein kleines Highlight war auch die Offizielle Selektion des Männervideos für das Bokeh Fashion Film Festival in Kapstadt. Die Schmuckstücke der neuen Frühlingskollektion, die etwas rockiger werden sollte, erstellte ich den Januar über, so dass Jacoba und ich gegen Ende des Monats im Proberaum von Tims Band das Kollektionsshooting für die „Dream On“- Kollektion realisieren konnten. Im Januar lernte ich auch Jenny Bright kennen. Als Dank im Proberaum fotografieren zu dürfen, hielt ich den Auftritt der Band beim Deutschen Rock und Pop Preis fotografisch fest und entdeckte neben der Bühne Jenny Bright, die ich kurzum einfach ansprach.

Die Snowflower-Chokerkette.

Die Schmuckstücke in der Boutique “Du & Ich” in Olpe.

Jacoba und ich fotografierten die Kollektion im Band-Proberaum.

Februar

Musikvideo und Frühlingskollektion

Aus dieser Bekanntschaft mit Jenny Bright ergab sich Wunderbares. Denn wir trafen uns in Köln wieder und zusammen mit Florin und vielen anderen Kreativen realisierten wir das Musikvideo zu Jennys Song „Alright“ in dem auch meine Geschichte erzählt wird. Dieses Video ging im Februar online.

Neben dem Video veröffentlichte ich auch die neue Frühjahrskollektion, diesmal aufgesplitted, da ich das Einstellen der Schmuckstücke in den Onlineshop nicht auf einmal bewältigen konnte. So blieb es aber den Februar und März spannend und die Resonanz auf die neuen Schmuckstücke war sehr gut.

Carolina von Foxografie nahm ein paar Schmuckstücke mit auf ihre Reise nach Panama und Costa Rica. Meine Schmuckstücke würden Orte entdecken, die ich vielleicht nicht sehen würde. In diesem Moment war ich sehr glücklich.

Das liebe Geld war auch im neuen Jahr der kritischste Faktor der ganzen Unternehmung. Ich entdeckte die Einladung zum Ju Do! Gründerwettbewerb, bei dem es – tadaaa Geld für die ersten drei Plätze geben würde. Also bewarb ich mich und kam in die engere Auswahl um mein Konzept vorzustellen. Ich saß also im Boot und hatte die Chance auf das dringend benötigte Preisgeld.

Das Musikvideo zu Jenny’s Song “Alright”.

Ausblick

Hey, man erkennt ja fast einen Spannungsbogen! Wird sie es schaffen, das Preisgeld für ihren Traum zu erstreiten? Und was passierte in der Zeit von März bis September? All das erfahrt ihr im nächsten Teil des Jahresrückblicks.

Nein Spaß beiseite, diese ersten Monate waren trotz oder gerade wegen der Spontanität all der Gelegenheiten unglaublich gewinnbringend. Und was noch viel wichtiger ist, sie haben mir gezeigt, dass man viele Dinge bewegen kann, wenn man auf sein Herz hört und anderen Menschen von seinen Ideen berichtet.

 

2 Comments

  1. Liebe Jessi, ich verfolge deinen wahr gewordenen Traum from the beginning und ich bin unbekannterweise wahnsinnig stolz auf dich, auf deine Kreativität, deine Einfälle und deine Herzlichkeit. Keine Ahnung, ob man das so schreiben kann, ich machs einfach. In allem steckt so viel Liebe und Herzblut und ist einfach wunderschön anzuschauen. Mach weiter so, ich werde mich dem Vergnügen deiner Fotos und Texte hingeben und mir ab und zu mal etwas von deinen schönen Teilen leisten. Alles Liebe Iris

    1. Oh Iris, vielen lieben Dank für deine Worte!!
      Und ich bin mir sehr sicher, dass man das einfach so schreiben kann. Denn ich sitze auf der anderen Seite und mich berühren deine Worte sehr!! Und vorallem zeigen sie mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin und sie sind ein sehr sehr großer Ansporn!!
      Vielen lieben Dank!
      Deine Jessi

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